Diskussion aus Garantieverlängerung

  • Ist ja nicht neu, dass Versicherungsunternehmen den Grundgedanken einer Versicherung im 21. Jahrhundert ad absurdum geführt haben (das ging ja in den 80ern schon los). Gedankt sei das all den A....geigen, die den Kulanzspielraum der früheren Versicherungsunternehmen weit jenseits zwischenmenschlicher Fairness ausgereizt haben. Ist doch kein Wunder, dass da von der "Gegner"seite jeglicher juristischer Winkelzug ausgereizt wird, die versicherte Leistung eben doch nicht zahlen zu müssen oder eben nur einen Teil davon.


    Das ist bei jeder erdenklichen Versicherungsleistung heutzutage so. Und im Sinne der Versicherungsnehmer ist das in gewisser Hinsicht ja leider auch. Es gilt schliesslich

    Zitat

    Summe der Prämien aller Versicherungsnehmer in Periode X minus Gewinnmarge des VU minus Rückstellungen für längerfristige Risiken = Summe aller bezahlbaren versicherten Leistungen in Periode X

    Wenn also zu viele gesellschaftliche Zecken, und die alte MeMa-Werbung "Geiz ist geil" ist leider wohl unauslöschlich insbesondere in der deutschen Mentalität verankert, zu sehr versuchen, möglichst nix zu zahlen und dafür aber volle Versicherungsleistung abzukassieren, dann kann das Schema nicht mehr funktionieren. Entweder müssen dann die Prämien rauf oder die Versicherungsleistungen runter, meistens wird es auf die Kombi aus beidem hinauslaufen.


    Jeder, der auch nur einen Hauch finanzieller Bildung abbekommen hat, sollte eigentlich wissen, dass man ausschliesslich existenzbedrohliche Risiken über eine Versicherung abdecken sollte (KV, Haftpflicht, ggf. Hausrat, ggf. Risiko-LV für den Haupteinkommensträger der Familie zugunsten der Angehörigen) und für alles andere selbst spart und Rückstellungen bildet.


    Wer das Selbstsparen nicht bringen kann, hat entweder den falschen Beruf oder Job oder lebt auf zu grossem Fuss. Das klingt auf den ersten Blick vielleicht etwas arrogant, ist nüchtern betrachtet aber einfach ein sachlicher Fakt. Angesichts der gigantischen Lücken (man muss eher sagen schwarze Löcher), die sich in Sachen Rentenniveau auftun, sind für Deutsche private Sparquoten von etwa 35% des jährlichen Bruttoeinkommens eigentlich Pflicht. Das haut natürlich niemals hin, wenn man für jedes Bubu eine Versicherung abschliesst, in einem viel zu grossen auf Pump gebauten Haus lebt und die Nachbarn, die man nicht leiden kann, mit einem überdimensionierten ebenfalls geleasten Mordwerkzeug auf vier Rädern beindrucken will.

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  • Der letzte Absatz wirkt nicht nur arrogant, er ist es auch im hohem Maße! Der falsche Beruf? Soso...das wäre dann welcher? Alle Tätigkeiten, für die du dir zu schade bist und sagst "ich lasse machen". Ich weiß ja nicht wie es in der Schweiz ist, aber das hat nichts mit falschen Beruf zu tun. Wir können nun mal nicht alle Bleistiftschubbser oder Bildschirmputzer sein, sonst würde die Welt in IT Fuzzys, Theoretikern, Bankern und Politikern versinken. Und was jene dem Land antun, da braucht es wahrlich nicht mehr. Nicht jeder verfügt über ein hohes Maß an Bildung, was auch gut ist. Sonst wischt dir keiner mehr den Arsch ab, wenn du pflegebedürftig bist, keiner repariert mehr deinen dreckigen gammligen Wagen wenn was dran ist, keiner bringt deinen Müll weg, oder sorgt sich im Callcenter um dein Anliegen! Keiner putzt im Supermarkt oder einer Toilette die du aufsuchst, kein Hausmeister macht mehr irgendwas, keine Verkäuferin steht seit 5 Uhr Morgens im Laden und backt für dich Brötchen auf und richtet die Theke her, kein Stadtarbeiter sammelt den Müll auf den Straßen auf, keiner scheidet dir mehr deine Haare. Alles Dinge die Theoretiker theoretisch vielleicht selbst könnten, aber nicht tun..dafür zahlen sie ja auch.


    Fakt ist nur? Das dein Geld nicht bei denen voll ankommt! Also...alles dumme Menschen? Alle nicht klug genug um zu begreifen "ein anderer Job würde helfen"? Du solltest denen eher dankbar sein, dass es sie gibt, anstatt sie dafür zu verurteilen, dass sie nicht genug weglegen können. Hier gibt es Menschen (in good old germany verdammt viele) die für den Mindestlohn arbeiten müssen, weil sie keine andere Wahl haben..sei es wegen ihrer Bildung oder wegen der wirtschaftlichen Lage. Die müssen teilweise ihr Geld vom Staat aufstocken lassen, obwohl sie Vollzeit arbeiten. Die Verhältnisse wie in der USA mit zwei bis drei Jobs haben wir ja auch im Ansatz schon. Es heißt arbeite um zu leben, nicht lebe um zu arbeiten. Wollen wir uns jetzt über die große Lüge des Kapitalismus unterhalten, dass man dir suggeriert, jeder kann reich werden, wenn er sich nur genug anstrengt? Jaaa...kann THEORETISCH jeder...nur nicht ALLE! Ich habe Respekt vor jedem der trotzdem jeden Tag für diese scheiß Bezahlung arbeiten geht, würde dir teilweise auch gut stehen. Wenn man oben ist, vergisst man leicht wie es unten aussieht und man neigt oft dazu, zu verallgemeinern.


    Erklär mal einem Geringverdiener, er solle 35% seines Einkommens sparen, oder gar nicht erst den 20 JAhre alten Opel fahren, mit dem er täglich vom Dorf in die Stadt zu seiner Arbeitsstelle zuckelt. Wir könnten ja jetzt hier darüber reden, wie die SPD geführte Regierung 1998 das Rentenniveau torpediert hat und damit die Altersarmut erst angekurbelt hat, aber das führt zu weit. Und das System ist nicht am Ende, es müsste nur jeder einzahlen und auch im fairer Höhe zu seinem Verdienst. Vorbei die Zeiten der Beitragsgrenzen für Top-Verdiener...aber wer will schon von seinem Kuchen abgeben hm? Dein Kommentar, mit verlaub...erinnert mich an die ehemalige Arbeitsministerin Von der Leyen....die jetzt das Europa Parlament stümperhaft leitet. Die meinte "wir können doch gar nicht von Altersarmut reden....die Leute haben ja noch die Riesterrente" Welche voll angerechnet wird, falls man in die Grundsicherung im alter fällt, dass jedem passiert der nicht mindestens 2500 Brutto über 30 Jahre verdient hat. Also entweder wusste sie es nicht besser, was ihre Kompetenz und Arroganz wiederspiegelt oder sie hat bewusst gelogen. Tja.....wie ich solch einen Menschen nenne, kann ich dir sagen..fängt mit riesen an.....in der Mitte ein Arsch und irgendwo findest du ein Loch.


    Ja es gibt sie, die mit zu großen Häusern, mit zu großen geleasten Autos.....und die mögen ihr Schicksal verdient haben, was aber auch genauer zu betrachten wäre, warum und wieso. Aber die Mehrzahl dieser Menschen, die du so herabwürdigst, müssen aus gutem Grunde rechnen. Was uns zum Thema zurück führt. Wenn man sich mit Ach und Krach nach langem Sparen ein Auto leisten kann und dankbar dafür ist, Garantie und ein Stück weit Sicherheit zu haben, dann kann es durchaus sein, dass man trotzdem auch beim Service oder anderen Leistungen sparen muss und durchaus das kleinere Übel (eine Versicherung für Reparaturen z.b.) den großen Schock abmildern kann.


    Gruß RR

    Lege dich nie mit Leuten an, die für ihre Feder von Rechts wegen einen Waffenschein bräuchten!

  • Rubber, das hätte man nicht besser schreiben können....chapeau mein freund. Ich danke dir für diesen wirklich tollen Beitrag.:thumbup:


    Gormandizer bei deinen Beiträgen fehlen mir meistens die Worte. Ich werde sie daher deaktivieren. Deine Überheblichkeit kann ich nicht ertragen.

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  • Rubberrabbit


    Ich komme selbst aus der IT. Weil mir das jedoch mein Hobby kaputt gemacht hat, hab ich was anderes ausprobiert. Irgendwann bin ich dann im Callcenter gelandet und nun häng ich bei Vodafone rum. Du kannst dir nicht vorstellen, was dieser Job einem abverlangt…


    Hunterte Tarife und Optionen muss man aus dem FF können und die ändern sich ständig. Hunderte Prozesse zu unzähligen Themen müssen absolut sitzen. Wer nachschlagen muss ist langsam und wartende Kunden warten noch länger und lassen dich das dann spüren.


    Du musst kaufmännische Dinge sowie die Technik dahinter verstehen. Im Falle einer Störung weißt du auch warum es so lange dauert, da du die Prozesse im Hintergrund kennst. Juckt aber den Kunden halt nicht. Du hast Systeme aus anno 19XX Knips wo teilweise nicht mal ne Maus geht und zusätzlich kommen dann noch moderne Systeme die unzählige Untermenüs haben. Das muss blind laufen denn die Zeit läuft.


    Am schlimmsten sind jedoch die Kunden. Ein Mensch der super freundlich und liebenswürdig ist, vergisst am Telefon seine Erziehung. Die Kunden verwandeln sich in rasende Und schnaufende Monster, die sich verhalten wie aufm türkischen Basar und wenn’s nicht nach seiner Nase geht, weils im Vertrag alles klar geregelt ist, rasten die aus, beleidigen dich aufs schlimmste und auch morddrohungen sind an der Tagesordnung.


    Aber irgendjemand muss es ja machen.


    Naja, nicht um sonst der BurnOut Job Nr.1 ^^


    Also seid lieb zu den Leuten am Telefon. :)

  • Ich glaube nicht, dass Gormandizer die Menschen meint, die diese niedrig bezahlten Jobs machen.

    Er hat die im Auge, die tatsächlich mehr darstellen wollen, als sie eigentlich könnten.

    Und davon gibt es sehr viele. Oder warum fahren so viele AMG Fahrzeuge durch die Gegend, mit Fahrern, die Baseballkappen auf dem Kopf tragen. Glaubt einer tatsächlch, dass sich die meisten diese Fahrzeuge leisten können?

    Das Auto für ein Jahr geleast und dann geht's wieder abwärts mit der nächsten Kiste.

    Ich wohne in einer Wohngegend mit preiswerten Holzhäusern, da gab's auch einen, der wollte Beamer an der Decke, Badewanne für 15.000,-, etc. Hat dann aber die Hypothek nicht bekommen. Da die Häuser auf Grund mündlicher Vereinbarung, also vor Unterzeichnung des Notarvertrages, gebaut wurden und werden, hieß das: Beamer raus, Badewanne raus und die ganzen anderen Sonderwünsche ebenfalls. Und den hochroten Kopf unter der Baseballkappe verstecken.

    Die meint wohl Gormandizer.

  • JazzLikeX

    Mein Freund ich kann das sehr gut nachvollziehen! Meine Mutter arbeitet seit 2004 in einem Callcenter und das nicht weil sie dumm, ungebildet oder weltfremd ist, sondern weil es in unserer wirtschaflich schwachen Region und bei ihrem Alter, damals wie heute nichts anderes machbar ist. So manch junger Hipster oder Behördenbediensteter wird hier müde lächeln, aber leider eine Tatsache, die auch gern von der Politik übersehen wird. Auch meine Frau hat mittlerweile 18 Jahre Erfahrung im Callcenter, von Kabeldeutschland, über Vodafone, über Entega bis hin zu Sky und der VTB Bank. Veraltete Technik? Mehr als 10 Reiter gleichzeitig offen? Völlig überforderte Teamleiter die entweder permanent ihr Ego nach außen tragen müssen oder völlig geistlos agieren? Ein Auftraggeber mit völlig illusorischen Vorstellungen von Rüstzeit und Nachbearbeitungszeiten...quasi mit Stoppuhr? Das sinnlose Runterbeten von erzwungenen Sprechblasen? Absolut familienuntaugliche Arbeitszeit? Meist Mindestlohn mit möglichen Zuschlägen, die aber wie durch wundersame Umstände nie erfüllt werden, selbst wenn alles gepasst hat? Fachwissen stetig vorhanden haben, dass ganze Bücher füllen könnte? Tja und dann Kunden die an Höflichkeit und Benehmen kaum zu toppen sind und dich als Sandsack benutzen? Das ist mir nicht neu, das kenne ich alle. Denn das belastet nicht nur euch, die ihr mit diesen unwürdigen Bedingungen kämpfen müsst, dass belastet auch die Partner und Familien. Eine Zeit lang........hing es wirklich massiv auf der Kippe mit meiner Frau, da dieser Job sie zunehmend verändert hat. Ich meine..du musst den ganzen Tag erzwungen freundlich sein und mit den größten Vollidioten Rücksicht haben für einen beschissenen Lohn....dass man dann zu Hause nicht sonderlich gut gelaunt oder locker ist, kann man zwar nachvollziehen, aber als Punchingball für den Arbeitsstress mag man nicht dienen.


    Zum Glück hat sie jetzt den Absprung geschafft vor zwei Jahren und arbeitet jetzt bei einer Anlagebank mit einem Posten halb Sachbearbeiter und halb Telefonischer Kundenservice. Lass dir eins sagen, nicht nur Telekommunikationskunden benehmen sich wie die übelsten Asozialen. Menschen mit Geld, Menschen mit viel Geld....bei denen man oft denkt, hier müsste ein gewisser Grundstock an Benehmen und Niveau vorhanden sein, schreiben/reden teilweise in einem Ton/Niveau...da wäre das Wort Gosse, teilweise noch geschönt. Und wenn du mittlerweile (wir waren mal bei EINS) 12 verschiedene Anbieter vertritts, deren Produkte, Systeme, Besonderheiten, Fonds und Anweisungen im Bezug auf Kundenkontakt im Kopf haben musst, bist du am Limit. Ich ziehe da den Hut vor ihr. Und sie freut sich, dass sie mit allem auf einen Stundenlohn von 13.50 Euro in der Stunde kommt und Vollzeit arbeiten darf. Wenn man dann von gewissen Bekannten in Bayerns Wohlstandsregionen hört "paaah dafür würde ich nicht mal aufstehen"....weiß man wo die Demut und Dankbarkeit zu finden ist, da nicht!


    Ich versuche immer höflich zu sein am Telefon, schließlich will ich ja was, brauche Hilfe oder Auskunft. Und ich bedenke immer, es könnte meine Frau/Mutter sein die dort arbeitet. Aber manchmal....da hat man Leute am Telefon, bei denen man denkt, das öffnen einer Banane könnte sie an ihr geistiges Limit bringen. Und trotzdem.......sollte man sich beherrschen und froh sein, so einen Job nicht machen zu müssen.


    Und da kommen wir wieder zu meiner Kernaussage! Was machen wir denn, wenn diese Leute erkennen "scheiß bezahlung, scheiß Anrufer, scheiß Bedingungen......ich mach auf Hartz, da verdient ich das gleiche". Wer kümmert sich dann um unseren Konten, Accounts, Fernsehen, Reparaturaufträge und und und und? Es sind nicht die falschen Jobs, die Menschen dazu bringen nichts weglegen zu können, nicht sparen zu können und sich ein Auto zu finanzieren (egal ob nun übertrieben oder normal für den Alltag), es ist die Bezahlung, von der es jedem möglich sein sollte, ein normales LEben zu führen, sich etwas gönnen zu können und auch etwas weglegen zu können!


    Sehen wir es doch so, im Jobleben ist es wie in der Geldanlage! Wenn du noch irgendwo 2 bis 3 % für dein Geld bekommen willst, muss irgendwo einer in der Welt beschissen werden und hart dafür arbeiten, auf das du deine Geldvermehrung bekommst. Hätte der soviel wie du, würde das System nicht funktionieren.


    Gruß RR

    Lege dich nie mit Leuten an, die für ihre Feder von Rechts wegen einen Waffenschein bräuchten!

  • Ich frage mich nur, wo diese hier viel zitierten, gut ausgebildeten Callcenter-Mitarbeiter zu finden sind? Egal wen ich an der Strippe habe, die Person sprich so schlecht gebrochenes Deutsch, dass ich gar nicht verstehe, was mir die Person sagen will. Ganz zu schweigen davon, dass die kaum Fachwissen haben und ich mich immer nur abgefertigt fühle.


    Just my 2 Cents.

  • Das liegt aktuell eher an den Firmen, die versuchen durch Einsparung menschlichen Arbeitsmateriales, massiv Kosten zu sparen. Nur ein kleines Beispiel hierfür ist z.b. Sky! Die früher Kunde einiger Call-Center in Deutschland waren. Die haben ihre gesamte Call Center Struktur nach Ägypten ausgelagert, da sie dort alle Leistungen für den sprichwörtlichen Apfel und das Ei bekommen.


    Die Qualität des Services kann man an zwei Fingern abzählen. Ab und an trifft man dort mal auf Exil-Deutsche...ansonsten "nix verstehen". Qualifizierte Kräfte findet man immer weniger, da diese für den lachhaften Lohn der Center nicht arbeiten wollen und wenn überhaupt, dann eher bei nicht weitläufig bekannten Firmen.


    Wenn ich bei meiner Versicherung (Verti) anrufe, habe ich manchmal auch das Gefühl, ich rufe in einer Ziegenhütte im Irak an...

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  • Rubberrabbit

    Da ich aber direkt bei Vodafone angestellt bin und tatsächlich super Vorgesetzte habe, läuft das bei uns bisschen anders. Planbare Schichten, Wochenende und Feiertag immer frei, 13. Monatsgehalt, Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld usw. Alles top. Nur der Job selbst ist hart aber ich mache ihn gern, weil ich unglaublich gern Menschen helfe. :)


    Mystic-Healer

    Bei uns ist es so, dass in Deutschland keiner den Job machen will. Wie in der Pflege sind wir gnadenlos unterbesetzt. Um die über 70.000 Kunden am Tag irgendwie zu schaffen, müssen Mitarbeiter ran. Die kommen dann von Dienstleistern in externen Callcentern, die entsprechend scheiße mit dem Mitarbeiter umgehen. Die schulen auch nicht ordentlich. Die werden ziemlich gepeitscht. Mein Arbeitgeber trennt sich auch recht schnell von solchen Dienstleistern. Da auch die nur begrenzt Mitarbeiter haben, wird noch im Ausland geschaut. Wir haben ein Riesen Callcenter in Kairo und darum spricht man oft mit Leuten, die kaum deutsch können.


    Manchmal muss man es wirklich zwei drei mal probieren, bis man einen dran hat, der Ahnung hat.

  • Rubberrabbit

    Ich weiß genau wovon du sprichst - bin auch bei Verti...noch :D

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  • Rubberrabbit

    Ich weiß genau wovon du sprichst - bin auch bei Verti...noch :D

    Also in Punkto Freundlichkeit.......oder Kompetenz....kann der ganze Laden nicht wirklich glänzen. Jedoch.....ist es der einzige Verein, der mir anbietet mein 190 PS Motorrad für die gleiche SF Klasse wie mein PKW zu versichern und das auch aktuell unschlagbar günstig. Ergo muss ich in den sauren Apfel beißen und sage mir "ok......wenn du das eine willst, musst du das andere in kauf nehmen. Das Leben ist nicht nur Pommes und Ficken". ;)

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  • Der letzte Absatz wirkt nicht nur arrogant, er ist es auch im hohem Maße! Der falsche Beruf? Soso...das wäre dann welcher? Alle Tätigkeiten, für die du dir zu schade bist

    Da bin ich in der Tat mal so vollkommen missverstanden worden, aber das macht nichts. Manchmal muss man sich polarisierend ausdrücken, um eine Diskussion ins Rollen zu bringen.


    Die von dir, lieber Rubber, angeführten Beispiele sind nahezu durchwegs Muster von gesellschaftlich extrem wichtigen Jobs, die sowohl zu wenig Anerkennung als auch zu wenig finanzielle Abgeltung erfahren. Da darf sich Deutschland bei der SPD und der Ära Schröder bedanken, denn ab 1998 ging es in DE den Bach runter. Die Hartz-Reformen waren das letzte.

    Ausgerechnet eine Ampel-Koalition hat es nun mit der Anhebung des Mindestlohns, der Reform des verquarkten Riestersystems und der Einführung einer kapitalbasierten Rentenkomponente in der Hand, das Ruder nachhaltig herumzureissen. Mir fehlt da allerdings ein bisschen die Hoffnung.


    Dir ist übrigens entgangen, oder du hast es bewusst unterschlagen, dass ich nicht vom falschen Beruf schrieb, sondern vom falschen Job (Beruf ist das, was man gelernt hat, Job ist das, was man tatsächlich gegen Entgelt macht, und das ist erstaunlich häufig etwas völlig anderes als der erlernte Beruf). Und Ersttäter hat völlig richtig erkannt, dass ich speziell die Poser und Möchtegerns mit überzogenem Lebensstil im Fokus hatte, aber ganz sicher nicht die Menschen, die schlicht nicht mehr verdienen können. Übrigens: auch ich sass mal am unteren Ende der Leiter, ist knapp 20 Jahre her. Ich will jetzt nicht anfangen in die Schiene "Bodo Schäfer und Co." abzudriften, allerdings ist "du kannst alles schaffen, du musst es nur wirklich wollen" nicht so ganz falsch - wir brauchen uns aber nichts vorzumachen, es ist klar, dass auch zufällig die richtigen Rahmenbedingungen im richtigen Moment viel ausmachen, um den unteren Stufen zu entfleuchen.


    Das mit den 35% Sparquote habe ich mir übrigens nicht selbst ausgedacht, sondern das sind die ungeschminkten Fakten. Tante Google hilft da weiter, einfach mal "Sparquote" und "Rentenlücke" kombinieren. Wer das Pech hat von der Gesetzlichen Rentenversicherung abhängig zu sein, dem blüht nahezu zwangsläufig (relative) Altersarmut, wenn der langfristige Durchschnitt seines Jahreseinkommens über die komplette Erwerbsbiographie kleiner ist als der berühmte Eckrentner "verdient" hat für seine Rentenpunkte. Ohne hohe Sparquote ist da einfach nix mehr zu retten.


    Ja, ich gebe zu, dass ich in dem Rant gestern über die negative Entwicklung der Versicherungen in den letzten rund 40 Jahren ein paar viele Themen auf einmal verquickt habe. Zeigt allerdings auch die Komplexität des Ganzen. Und auch wenn dir das nachfolgende erneut gegen den Strich gehen mag (ist auch wieder eine eherne Wahrheit): man soll sich nur die Dinge kaufen, die man sich sofort zweifach kaufen könnte. Das heisst, aufs Auto bezogen: wenn du dir einen Wagen für 25k kaufen willst, solltest du 50k auf dem Konto dafür zur Verfügung haben.

    Aber gerade die Poser und Möchtegerns sowie die mediale Reizüberflutung und Social Media sind die Hauptschuldigen, dass so viele Menschen über ihre Verhältnisse leben ("wenn die anderen das können, muss ich das doch auch können" - und schon sitzte in der Schuldenfalle) bzw. sich einbilden, sie müssten immer "mehr" haben oder darstellen.


    Damit das soziale Pulverfass, das R/G Deutschland von 1998 bis 2005 eingebrockt und anschliesslich "Mutti" in den folgenden 16 Jahren zementiert hat, nicht explodiert, werden die Leute durch Elends-TV der Sorte "Frauentausch" und Co. und gelegentlichen Almosen ruhig gehalten ("schau, den Asis im Fernsehen gehts glücklicherweise noch dreckiger als mir", angereichert mit sogenannten Comedians und Abendshowformaten zum Weglaufen). Die soziale Spaltung ist seit 2015 dann erst nochmals richtig beschleunigt worden, und mit der sogenannten Pandemiehandhabung der deutschen Politik braucht es inzwischen nur noch ein Fünkchen, und euch fliegt der ganze Schmarrn bombastisch um die Ohren. Deutschland ist strukturell inzwischen so dermassen kaputt gewirtschaftet worden und leider obendrein zwangsweise mit dem Euro gefesselt..... da komme ich wieder auf die obige Aussage zurück, dass mir da ein bisschen die Hoffnung fehlt.


    Warum wohl bin ich vor vielen Jahren in ein Nicht-EU-Land ausgewandert, um diesem ganzen Mist zu entfliehen? Warum wohl nehme ich freiwillig in Kauf, "dank" meiner deutschen Aussprache auf ewig der Ausländer zu bleiben, egal ob ich den Schweizer Pass habe oder nicht?


    Rubberrabbit, ist dir einmal in den Sinn gekommen, dass so wie du hier verbal gern den Pornohengst spielst, auch andere sich gern mal pointiert und durchaus provokant ausdrücken?

    Fahrbarer Untersatz noch: VW Golf VI Team

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  • Verbaler Pornohengst? Sehr blumig mein Lieber. Es gibt da aber einen Unterschied, ich bin wirklich so. Ich schreibe nicht nur um zu provozieren oder spiele eine Rolle, ich sehe die Dinge so wie ich sie schreibe wirklich. In der Internet-Welt schwer vorstellbar, dass ist mir schon klar. Hier heißt es ja immer so gekonnt "jaja im real Life bin ich ja anders". Die Leute können sich wahrlich nicht vorstellen, das es Menschen gibt, die wirklich so sind. Von der Anonymität des Netzes halte ich so rein gar nichts.


    Niemand...zumindest ich nicht und das ist ja für mich der Einzige der zählt....zweifelt deine Intelligenz und dein Wissen an. Zudem bin ich mir wohl bewusst, dass vieles oftmals anders rüber kommt als es gemeint ist. JEDOCH wissen wir beide das dieser Vergleich zwischen "Beruf und Job" schon etwas an den Haaren herbeigezogen ist um die Bemerkung zu rechtfertigen. Man könnte sagen, verbale Haarspalterei" ! :)


    Ich bin bei jeder Provokation gern dabei, aber wenns um diesen Bereich geht, bin ich recht sensibel, denn obwohl ich eher Misanthrop bin, ist diese Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft ein rotes Tuch für mich. In 20 Jahren hat sich das Land von Schröder und Fischer nicht erholt und jetzt bekommt diese Kombination zusammen mit einer kleinen Klientelpartei für Reiche die Chance das Werk zu vollenden.


    Auch ich habe sehr lange über ein Auswandern nachgedacht und halte mir diesen Schritt nach dem Auszug der Kinder offen, aber sicher bleibe ich dann nicht in den europäischen Gefielden.


    Über das Thema Versicherungen, hätte ich hier auch seitenweise Abhandlungen schreiben können, war ich sehr lange in der Versicherungswirtschaft beruflich tätig. Jedoch ist es immer noch ein Autoforum und die Sichtweisen ändern sich wohl drastisch, wenn man selbst draußen beim Menschen Schicksale erlebt hat, die man dann doch eher als Außenstehender für Unwahrscheinlich oder unnötig zur Absicherung hält. Das Für und Wieder diverser Absicherungen, die Sinnhaftigkeit, die Wahrscheinlichkeit und das entgegenzusetzende Einkommen.......ist fast für alle Schichten der Gesellschaft ein Thema.


    Ich bin mir sicher, wir könnten dies hier jetzt ewig so weiterführen, aber die beste weil glaubwürdigste Provokation ist jene, die dann nicht seitenlang erklärt und begründet wird, denn sie müsste sich von selbst erklären und zeigen. :)


    Gruß RR

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