Kupplung trennt nicht sauber

  • Hallo zusammen,


    Die Kupplung von (unserem) Bj. 2014 i30 (110 PS Diesel) war immer schon recht eigen. Geht man nur wenige Millimeter von der Kupplung, beginnt das Auto zu rollen. Bisher musste man das Pedal nur bewusst ganz durchtreten, dann wars ok. Auch in der Garantiezeit noch beim Händler gewesen und als "normal" befundet.


    In letzter Zeit hat es aber angefangen, dass die Gänge schwer reingehen und der Rückwärtsgang teils reinkracht. Man merkt auch, das Auto beginnt leicht zu wandern, wenn man den 1. Gang einlegt und nicht auf der Bremse steht. Da ich vor dem Kauf mehrere i30 probegefahren bin weiß ich, dass die Kupplung in allen ähnlich war, also sehr spät getrennt hat.


    Luft ist sicher keine im System, habe schon 1x entlüftet (vor ca. 2 Jahren) und heute kompletten Bremsflüssigkeitswechsel gemacht inkl. Kupplung.


    Ist in diese Richtung irgendein "Serienproblem" bekannt? Weiß jemand wo der Fehler liegt? Geberzylinder?

  • Wie viel Kilometer hast du runter?


    So ein ähnliches Problem gibt es beim i40, da schlägt mit der Zeit das Gestänge des Geberzylinders aus.


    Schau mal als erstes ob bei dir die Verbindung des Pedals/Zylinders spielfrei ist.

    Umbauten:
    -Folierung in Blau Matt Metallic
    -Facelift 2 Front
    -Facelift Rückleuchten
    -Alle Chromteile Schwarz Foliert
    -Dachrealings Schwarz Lackiert
    -Original Korea Heckstoßstange & FMS Duplex Anlage

    -Gewindefahrwerk
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    -Umbau auf Facelift Navi
    -Aufrüstung auf Farbiges Facelift Tacho
    -SharkFin Antenne
    -4 Beleuchtete Griffe
    -Beleuchtete und El. Anklappbare Spiegel
    -3-wege High End HiFi Umbau

  • 149000km aktuell. Hätte da kein nennenswertes Spiel festgestellt, werd ich aber nochmal schauen. Geberzylinder ist ja auch komplett aus Kunststoff, auch keine Möglichkeit was einzustellen.


    Ich habe mir das einmal angeschaut, Weg ist an sich voll da. Sobald man aufs Pedal tritt, bewegt sich der Nehmerzylinder. Der Logik folgend habe ich heute den Stift vom Nehmerzylinder rausgeholt und mir einen etwas längeren gedreht, damit die Kupplung etwas weiter durchgedrückt wird. Ist zwar besser geworden, aber nicht in dem Ausmaß, das ich mir erwartet hab.

  • Gerade nochmal auf Bildern das System durchgegangen (habe berufsbedingt Zugriff auf Detailfotos von jedem Bauteil). Ich sehe 3 Stellen im System, die hier wirken könnten...


    1) Spiel im Übergang Pedal/Geberzylinder - Das würde dafür sorgen, dass der Geberzylinder noch nicht den vollen Weg macht, das Pedal aber schon am Blech ansteht.


    2) Hinter dem Geberzylinder befindet sich ein Hydraulikdämpfer (der nimmt die Schwingungen vom Motor aus der Hydraulik). Wenn das ein Federdämpfer ist und die Feder schwach wird, könnte der einem Kupplungsweg nehmen. Problem: Der sitzt hinter dem Motorsteuergerät. Da ich schon einmal Dieselfilter gewechselt habe, weiß ich, wie eng es da ist. Den tauscht man nicht zum Spaß... (außer der Geberzylinder muss raus, dann muss man da sowieso hin).


    3) Nehmerzylinder, das was ich gestern mit dem Stift versucht habe. Hier drückt der Nehmerzylidner über einen Stift auf eine Gabel die wiederum über eine Umlenkung innen im Getriebe auf das Ausrücklager drückt. Stift und Gabel sind aus Stahl, die reiben aneinander. Mit der Zeit wird der Stift immer kürzer. Allerdings bin ich mir nicht sicher, inwiefern die Kupplung den Nehmerzylinder im unbetätigten Zustand auf Block schiebt.

    a) wenn die Kupplung den Zylinder auf Block schiebt hätte es eine Auswirkung, die Kupplung wäre dann im eingekuppelten Zustand schon etwas mehr betätigt und es braucht weniger Weg um sie zu trennen

    b) wenn der Nehmerzylinder nicht auf Block geht würde man nur den Arbeitsbereich vom Zylinder verschieben, am Pedal bzw. dem Verhalten der Kupplung ändert es nichts.


    Eventuell liest das ja noch jemand der das Problem kennt. Ich bin mir (durch die Probefahrten) recht sicher, dass das kein Einzelfall ist, weil die Kupplung derart knapp vor dem Bodenblech trennt. Von unserem Zweitauto (VW T4) bin ich es gewöhnt, dass alle Problemchen und Fehler bis ins letzte von privaten Leuten dokumentiert sind und im Internet stehen :)

  • Weiter gehts...

    Leider besteht das Problem immer noch, auch mit dem längeren Stift am Nehmerzylinder gibts keine nennenswerte Änderung.


    Dadurch schließe ich darauf, dass der Nehmerzylinder von der Kupplung nicht auf Anschlag gedrückt wird sondern nur so weit bis das Ausrücklager von der Kupplungsfeder entlastet wird, dh. der längere Stift sorgt nur dafür, dass der Nehmerzylinder etwas weiter zurückgedrückt wird, allerdings immer noch nicht auf Anschlag (was an sich nicht passieren darf, sonst wär die Kupplung immer "leicht getreten".


    Der Geberzylinder hat am Pedal ca. 1 mm Spiel, das macht unten am Pedal sicher schon 1-2 cm aus. Folglich habe ich einmal plump einen ganzen Kupplungs Pedalblock mit Pedal und Geberzylinder gekauft (gebraucht, 50000 km). Ich schaue einmal was man daran modifizieren kann, dass der volle Pedalweg auch am Geberzylinder ankommt bzw. ich probiere einfach einmal das Teil mit ca. 70000 km weniger Laufleistung einzubauen, sofern der noch nicht so viel Spiel am Pedal hat.



    Jetzt aber was ganz anderes. Ich habe herausgefunden, dass bei anderen Hyundai Modellen, u.A. dem i40 der (oben von mir erwähnte) Hydraulikdämpfer Probleme macht. Prinzipiell ist das ja ein Federdämpfer, wenn dieser lasch wird, kann er durchaus den Hub am Pedal verringern.


    1) Bekommt man den Dämpfer für den i30 im Zubehör oder nur von Hyundai (was kostet der)?

    2) Weiß jemand etwas von dem Problem?

    3) Hat den schon jemand einmal rausgeschmissen?


    Ich sehe das Problem langsam kritisch fürs Getriebe, die Synchronringe werden das Geschleife nicht endlos mitmachen.

  • Nein, es fehlt einfach beim Auskuppeln an Weg, die Kupplung ganz zu trennen. Das Ausrücklager habe ich nicht im Verdacht. Das Pedal steht also sagen wir einmal 2-3cm Pedalweg zu früh am Gummipuffer an. Flüssigkeit im Hydrauliksystem ist ja an sich inkompressibel und es sollte immer die gleiche Menge hin und her geschoben werden. Daher 2 Möglichkeiten:


    a) der mechanische Weg ist kürzer geworden... Ist definitiv so, weil der Geberzylinder am Pedal Spiel hat. Zwar lächerlich wenig, aber bei grenzwertiger Auslegung wohl schon zu viel.


    b) Irgendwas im System ist kompressibel und "schluckt" Hydraulikvolumen. Das kann Luft im System sein (ausgeschlossen, mehrfach entlüftet, einmal davon im Zuge vom Bremsflüssigkeitstausch mit Druck und ausreichend Spülvolumen) oder eben dieser blöde Dämpfer.


    Hat zufällig jemand einen Unfall i30 GD mit 1,6l Motor herumstehen? Diesen Hydraulikdämpfer finde ich leider nicht gebraucht. Ich glaube da sehen die Schlachter keinen Markt dafür und legen den nicht ins Regal sondern schmeißen den weg...


    Der Dämpfer hat leider einseitig eine Stahlleitung angeschlossen (gebördelt wie Bremsleitung) und auf der anderen Seite hat der eine Spezialschnittstelle, weil er direkt auf den Hauptbremszylinder montiert wird (O-Ring und Befestigungsklammer). Ich könnte mir zwar aufwändig etwas auf der Drehbank machen, die einfachere Variante wäre aber einen Dämpfer zerlegen und statt der Innereien irgendwie eine Verschlussschraube unterzubringen. Das kann ich gemütlich vorab machen und die Arbeit am Auto beschränkt sich nur auf Aus-Einbau von dem Teil und anschließendes entlüften.


    Damit vibriert zwar das Kupplungspedal etwas mehr aber die Fehlerquelle ist weg.

  • Auch wenn die Kupplung immer schon recht eigen war.
    Meinst Du nicht, sie könnte nunmehr einfach verschlissen sein? Das äußert sich gemeinhin in immer weniger Spiel. Ich fuhr im FDH über 300tkm mit einer Kupplung, wo es ab ca. 150tkm auch immer knapper wurde.

  • Das äußert sich in der Gegenrichtung, der Weg vom Bodenblech bis sie greift wird immer länger. Irgendwann ist der Belag so dünn, dass die Federvorspannung nicht mehr reicht, um die Kraft zu übertragen. Trennen sollte eine verschlissene Kupplung trotzdem sauber.


    Das müsste das Mistvieh sein: Link. Sind halt umgerechnet knappe 100€

  • Dagomys

    Dann würd mich die technische Erklärung dazu interessieren. Federkennlinie?


    BornInWintertime

    Wo find ich die? Ist kein Ausgleichsbehältnis, das ist ein sogenannter "Kribbelfilter" der Druckstöße aus der Hydraulik nimmt.

    Kenne den genauen Aufbau jetzt nicht, aber falls das ein Federspeicher ist könnte die Feder einfach weich werden, dann verpufft etwas Kupplungshub in die Kompression der Feder.


    Edit: Hier eine Erklärung direkt vom Hersteller des i30 Kupplungssystems (Valeo): Link


    Gerade das hier gefunden, die Fehlerbeschreibung trifft mein Problem 1:1. Ist zwar kein GD, aber der Dämpfer ist gleich aufgebaut.

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    Wäre nur interessant, ob das Dämpferelement das gleiche Gewinde hat wie im älteren i30, damit ich eine entsprechende Verschlussschraube auftreiben kann.

  • Sooo, das Mistding ist draußen.


    Gewinde ist wie beim älteren I30 ein M16x1,5 und die Schraube darf max. etwa 13mm lang sein.

    Ich hab eine Ölablassschraube von Louis (Motorradzubehör) genommen.

    Die hat zwar einen Magnet drinnen, aber war die einfachste Quelle das Ding kurzfristig aufzutreiben.


    Damit man zum Dämpfer kommt muss man die Batterie und das Steuergerät ausbauen und den Dieselfilter auf die Seite legen, dann kommt man akzeptabel dran.


    Nach dem entlüften der große Moment...

    Jaaaa... Kupplung trennt. Es ist im Gegensatz zum Versuch den Druckstift zu verlängern eine klar abgrenzbare Veränderung eingetreten.
    So wie ich es von anderen Autos gewöhnt bin, dass die ersten 1-2cm Pedalweg noch nichts passiert ist es zwar nicht, aber zumindest kann man das Pedal jetzt 5mm vom Anschlag zurücknehmen und das Auto fährt noch nicht los.

    Ist natürlich immer Ansichtssache, aber so eine eindeutige Begeisterung wie im vorher verlinkten Video kann ich trotzdem nicht feststellen.


    Die Gänge gehen auf jeden Fall viel sauberer rein und der Status ist mehr oder weniger wie beim Kauf (80t km), gewöhnungsbedürftig früher Druckpunkt aber zumindest trennt sie zuverlässig.


    Einen gebrauchten Pedalblock mit nur 50t km hab ich mir auch gekauft, aber bei genauer Betrachtung hat der zielmich gleich viel Spiel zwischen Pedal und Geberzylinder wie der eingebaute.

    Ich werte das als Indiz dafür, dass dieses Spiel wohl auch im Neuzustand nicht wesentlich kleiner ist und folglich für die Funktion nicht relevant sein sollte.



    Fazit: Ich lass das jetzt einmal so weils mit vertretbarem Aufwand wieder so funktioniert, dass ich nicht Angst ums Getriebe hab.

    Ich glaub das System ist einfach wirklich derartig grenzwertig ausgelegt vom Kupplungshub, dass schon kleinste Veränderungen zu solchen Problemen führen.


    Eigentlich ist im System jetzt nichts mehr was man mit Erfolgsaussicht tauschen könnte außer die Kupplung selbst mit Ausrücklager und der Gabel.

    Aber da hab ich starke Zweifel, dass es einen nennenswerten Effekt hat.
    Wie oben schong eschrieben, aus technischer Sicht wandert der Druckpunkt bei Kupplungsverschleiß in die Gegenrichtung und die Kupplung schließt nicht mehr, nicht anders herum.



    Als Techniker hätte ich eine relativ einfache Lösung. Man könnte die hydraulische Übersetzung ändern indem man den Nehmerzylinder verkleinert.

    Würde zwar eine höhere Fußkraft bedeuten, aber glaube nicht, dass das wirklich spürbar/störend wäre.

    Dazu müsste man sich aber einen eigenen Nehmerzylinder mit kleinerem Kolbendurchmesser bauen.

    Weiß nicht ob das den Aufwand rechtfertigt wenn es aktuell funktioniert...

  • Trotzdem nochmal die Frage. Fährt hier jemand einen GD mit dem 110PS 1,6l Diesel?


    Von gegen Anschlag getretener Kupplung, wie weit könnt ihr von der Kupplung gehen bis das Auto auf ebener Straße rollen beginnt?

    Sind das bei euch auch nur wenige Millimeter oder reden wir da von ca. 1/3 vom Pedalweg wie ich es von anderen Autos gewöhnt bin?

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