Bremsen, 2 Werkstätten haben aufgegeben

  • i30 (PD) BJ. 2018 Bremse vorn rechts und hinten links heiß. Bereits 2 Fachwerkstätten gescheitert.


    Hallo, an meinem Hyundai (keine Garantie, da Servicearbeiten immer selbst gemacht) hat der TÜV nach 3 Jahren und 20 tkm ein Schleifen der Bremse vorn rechts bemängelt. Beim Fahren sind weder das Ausrollen deutlich auffällig verkürzt, noch zieht das Auto zu einer Seite, noch ist der Verbrauch erhöht.


    Daraufhin in Hyundai Fachwerksatt:
    Austausch der Bremsscheiben (beide vorn) + Beläge. Bremskolben sind auf Gängigkeit geprüft und i.O.
    Neue Bremse wird weiterhin heiß -> Radlager auf Empfehlung Hyundai Werkstatt gewechselt (das war aber unnötig, wie die Werkstatt mittlerweile eingeräumt hat). Dann wurde zusätzlich auch ein geringeres Heißlaufen der Bremse hinten links bemerkt. Hat mich rund 1000 € gekostet und kein Stück weiter. Daher das Auto dort weggeholt. Es steht kein Fehler im Fehlerspeicher (in 2 Werkstätten ausgelesen). Das ABS Modul ist im eingebauten Zustand von einem Spezialbetrieb für ABS-Instandsetzungen überprüft worden und die Ventile darin öffnen und schließen richtig. Der Bremsschlauch zu dem Rad vo-li wurde versuchsweise auch ausgetauscht.


    Eigene Überlegungen:


    Die Sensoren, die ins ESP gehen sind 4 x Radsensor 1 x g-Sensor 1x Lenksensor und ein Druck. Aber wenn einer von denen ein fehlerhaftes Signal geben würden (was als richtig interpretiert wird, zum Eingriff des ESC führen könnte), dann müsste die ESP Warnlampe kommen. Die gelbe ESP Lampe bleibt aber bei der Fahrt aus. Die Lampe ist nicht kaputt, da sie bei Zündung an zusammen mit den anderen aufleuchtet


    Gegen ein rein mechanisches Problem wie z.B. Festsitzen des Bremskolbens spricht m.E. dass mittlerweile 2 Werkstätten den freien Rückweg des Kolben geprüft und bestätigt haben. Weiterhin müsse das Problem dann zufällig an beiden Rädern aufgetreten sein. Nachdem das Auto ca. 30 min auf einer Bühne stand, konnte ich mich auch selbst von der Freigängigkeit (schwimmende Lagerung) des Bremssattel überzeugen.


    Mein Eindruck ist, dass der Druckpunkt am Bremspedal extrem früh -also nach praktisch keinem Pedalweg- kommt.


    Fragen:


    Gibt es noch eine Idee wie man ermitteln kann, was das Auto veranlasst, die beiden Bremsen vo-re und hi-li leicht anzudrücken. Man kann so gute 10 km fahren und hat dann ein Felgentemperatur, die man noch so gerade anfassen kann (ich schätze 55-60°C). Die Scheibe selbst möchte man dann aber nicht mehr berühren.


    Ich würde als nächstes einmal die beiden Sicherungen des ABS ziehen und würde davon erwarten, dass ich 1. jede Menge Warnlampen sehen werde und 2. keine Elektronik mehr aktiv ist, die entscheidet diese zwei Bremsen anzudrücken. Falls es dann immer noch heiße Bremsen gibt, ist es doch ein mechanisches Problem. Ich bitte ausdrücklich um Kommentare zu dieser Idee?


    Danke & Gruß !

  • Da hast du jetzt aber viel Geld gespart, oder versenkt (in meinen Augen).


    Nun ist das Kind in den Brunnen gefallen.

    Ich würde den Bremskreis untersuchen, ABS Gerät. Die Bremsen arbeiten immer diagonal. Also hat das ABS oder der Hauptbremszylinder ein Problem. Dass das keine Werkstatt findet 👎🏿. Wenn die Werkstatt sagt alles in Ordnung, sollen sie das Fahrzeug über den TÜV bringen.

    Das Leben ohne Guzzi ist möglich...aber sinnlos

  • Danke für die schnelle Antwort.


    Bei der Hyundai Werkstatt habe ich den weggeholt, weil die nur Teile tauschen und das in der Dialogannahme auch so schön hinbekommen haben, dass keine Problembeschreibung auf dem Auftrag stand, sondern einmal "Bremsen vorn erneuern" und beim 2. Mal "Radlager vo rechts tauschen". Haben mir aber 2 KFZ Meister dort als wahrscheinlichsten Grund genannt.


    Lessons learned: Immer das Problem mit auf den Auftrag schreiben lassen! Vor dem nächsten Versuch, der da lauten sollte "Haputbremszylinder tauschen - 500€", habe ich das Auto dort abgeholt und zu einem mir pers. bekanntem freien KFZ Meister gegeben. Der war dann mit dem Auto bei einem Service für ABS-Module und hat das durchmessen lassen. Alle Ventile darin machen was sie sollen. Selbstverständlich hat er auch die Mechanik und Hydraulik gründlich kontrolliert.


    Könntest Du bitte den Gedanken zum Hauptbremszylinder noch etwas konkretisieren. Die diagonal Aufteilung ist schon klar. Aber wieso sollte dann auf dem einen Teil der Druck nicht abgebaut werden bzw. unnötigerweise aufgebaut werden können.

    Danke Gruß !


    Nachtrag: TÜV hat er sogar bekommen - mit einem geringen Mangel -> Bremse vo re schleift.

  • Bei automobil (VOX) hatte mal ein Wagen anderer Marke ein defektes zentrales ABS Modul (Druckreglung / Fachbegriff ?). Da waren es diese Effekte!

  • Sorry, ich bin schon Jahrzehnte aus dem Beruf, aber im Hauptbremszylinder sind doch Bodenventile/Spezialbodenventile. Wurden die auch überprüft bzw. der Hauptbremszylinder, ob der Druck nach dem Bremsen abgebaut wird? Sollte eigentlich geschehen sein, wenn Du schreibst, dass ein Meister auch die Hydraulik überprüft hat.

    Ich hatte es einmal bei einem Motorrad, dass eine Bohrung im Ausgleichsbehälter dicht war und somit der Druck nicht abgebaut werden könnte.

  • Was ich jetzt überhaupt nicht verstehe, du machst keine Wartung bei Hyundai, bringst aber den Wagen dorthin zur Reparatur. An einem Bremszylinder kann auch nach sehr kurzer Zeit leider etwas defekt sein. Braucht bloß etwas Schmutz aus welchen Gründen auch immer im Vorratsbehälter gewesen sein.

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  • Zudem könnte dies Arbeiten an der Bremse jede ATU Filiale machen, dazu braucht es kein HMD.

  • ATU wäre nicht meine 1.Wahl


    Jetzt mal ehrlich ich kaufe mir einen neuen Hyundai um dann zu sparen bei der Werkstatt: GEIZ ist nicht immer geil.


    Keine Ahnung, wie es finanziell bei einigen steht, aber mir kommt es manchmal so vor, als kann man sich das Auto gerade so leisten. Jetzt geht man in eine freie Werkstatt und spätestens dann, wenn ein Garantie-Antrag benötigt wird, ist Hyundai der Böse, wenn er nein sagt. Was glauben einige eigentlich, wie sich die 5 Jahre Garantie rechnen? Das Autohaussterben beginnt ja eh schon.


    Wenn die Garantie abgelaufen ist, kann ich alles noch nachvollziehen - davor leider nein. Ich akzeptiere, dass es einige machen, aber dann bitte bei Probleme nicht auf Kulanz hoffen.

  • Vorallem sind die Hyundai Werkstattpreise voll in Ordnung. Der Peugeot 208 meiner Frau kostet glatt nen Hunni mehr für das gleiche, ebenso mein alter Opel.


    Meine erste Inspektion für meinen i30 steht bevor, und ich habe ein Angebot für die erste Inspektion in Höhe von 160 € vorliegen. Finde ich persönlich i.O.


    Und da Hyundai-Stress mittlerweile Stress mit Hyundai (Wortspiel 8o) hat, bringt es auch niemandem etwas, ihn deswegen zu rügen. Der Fokus eines Forums sollte hier auf Hilfe liegen.

  • Hier hat das Forum das Problem, dass die Glaskugel runtergefallen ist.


    Ich mache an meinen Fahrzeugen fast alles selbst, bin aber kein KFZler. Wollte diesen Beruf mal erlernen, bin dann doch Elektriker geworden. Selbst kann ich keine Spur einstellen, auch würde ich heute keine Frontscheiben mehr wechseln. Den Rest kann ich selber machen, werde aber der Garantie wegen den Freundlichen aufsuchen. Selbst den Einbau der Anhängerkupplung habe ich mir verkniffen.

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  • Jetzt mal ehrlich ich kaufe mir einen neuen Hyundai um dann zu sparen bei der Werkstatt: GEIZ ist nicht immer geil.

    Muß ja nichts mit Geld zu tun haben. Bei mir hat es mit vertrauen zu tun. Ich wäre gerne zum freundlichen gegangen der ist 5 Minuten von mir zu Fuß entfernt. In der Werkstatt hat man aber kein Interesse an Kunden, Termine werden nicht eingehalten (Reifenwechsel Termin ausgemacht und die Reifen waren nicht da) Unfreundlich, die arbeiten bestenfalls lala.


    Da pfeif ich auf Kulanz und gehe lieber zu einer Werkstatt der ich vertraue. Was die Garantie angeht habe ich ja schon geschrieben dafür gibt es Anwälte und eine Rechtschutz.

  • Ich würde das Gespräch mit der Werkstatt suchen. Hyundai ist ziemlich streng was Kundenzufriedenheit angeht. Ich selbst hatte erst gerade wieder einen dicken Brief, wo meine Autohaus ausgequetscht wurde. Der Anwalt naja damit macht man sich nicht immer Freunde, und dazu kann das ein langer Weg werden, bist du Recht bekommst. Suche das Gespräch bei Hyundai direkt, gib deinen Partner an und lass dir helfen. Ich hatte es so gemacht, und mein freundlicher und ich sind jetzt wirklich gute Freunde, weil Missverständnisse passieren.

    Hyundai bedeutet, es sind zwei Menschen die auf sich zugehen und die Hand sich geben. Teste es.

  • Danke für den Hinweis zum Hauptbremszylinder (HBZ). Ich bin dem in einem kleinen Experiment nachgegangen, das ich hier einmal kurz schildere.
    1) Nach einer Standzeit von 5 Tagen bin ich davon ausgegangen, dass eventuell angestauter Druck im HBZ ausgeglichen ist.
    2) Ich habe dann das Auto gestartet und bin über 10 km gefahren, OHNE die Bremse zu betätigen (nachts war das möglich). Also vom (einschließlich) Start weg war die Bremse nicht benutzt. Meine Theorie dazu: In keinem der Bremskreise ist Druck aufgebaut - es sollte also kein Schleifen durch ein Nicht-Abbauen von Bremsdruck möglich sein.
    3) Ergebnis: Bremsen vo-re und hi-li werden nach wie vor heiß.
     
    Meine Interpretation:
    Das ABS Modul hat ja selbst eine Hydraulikpumpe und ich befürchte nun, dass dort der fehlerhafte Öl-Druck erzeugt wird. Kann das jemand so bestätigen, dass dort auch Bremsdruck aufgebaut wird?


    Meine nächste Idee ist es, die Sicherungen für das ABS und ESC zu ziehen und dann die Testrunden (auf Privatgelände) zu wiederholen. Ich werde hier über das Ergebnis berichten.


    Ich bin weiter für Diskussion und Anregungen dankbar.

  • Ich habe den thread jetzt nicht durchgängig verfolgt, glaube aber nicht an das ABS (oder erst in letzter Instanz). Wenn der HBZ in Ordnung ist, würde ich als nächstes den Bremskraftverstärker in Augenschein nehmen.

    Ich gehe davon aus, dass das Gestänge vom Pedal zum BKV etwas Spiel hat. Nicht dass der HBZ mechanisch geblockt ist. Da reichen nur ein- zwei mm und die Nachlaufbohrungen im HBZ bleiben verschlossen, mit dem Ergebnis, dass ein Restdruck im System bleibt, der mit zunehmender Erwärmung zunimmt und die Bremse heiß wird.

    Dasselbe kann durch einen defekten BKV erfolgen (HBZ wird nicht ordentlich freigestellt).

    Wenn die Rückförderpumpe im ABS arbeiten würde, würdest Du es hören. Bestenfalls ist ein Ventil im ABS verunreinigt, aber das ist schon sehr selten. Hier dürften ein paar kräftige Regelbremsungen helfen.

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    Alle Menschen sind klug - die einen vorher, die anderen nachher.

  • Ergebnis von meinem Test mit gezogenen ABS und ESP Sicherungen:


    1) Das Auto ohne Zündung und ohne die Bremse zu benutzen aus der Garage geholt

    2) Sicherungen (1x 30 A und 1x 40A) gezogen

    3) Auto gestartet (jede Menge Warnlampen an)

    4) Kurzer Test, ob Bremsen funktionieren. Das tun sie.

    5) Testrunde gedreht ( der Tacho ist übrigens auch ohne Funktion)


    Ergebnis: Unverändert wird vo-re und hi-links deutlich heißer als die jeweils gegenüberliegende Seite.


    6) Sicherungen wieder rein - alle Warnlampen sind wieder aus - Testrunde gemacht.


    Fazit: Die Bremsen werden NICHT DURCH DIE ELEKTRONIK DES ESP/ABS ANGEDRÜCKT. Es passt also soweit alles zum Hauptbremszylinder bzw. alles andere ist ausgeschlossen.


    Das nächste Problem ist die Beschaffung des HBZ. Fahrzeug Typ ist 1349/AER Bj 2018 und da finde ich nichts im Zubehör. Hyundai ruft ca. 450 € für das Teil auf - also etwa das 3-fache des üblichen Preise für einen 0815 HBZ. Hat jemand hier im Forum einen Bezugsweg außer Hyundai ?

    Danke & Gruß

  • Liest Du eigentlich die Posts vorher? Ich habe Dir ein paar Diagnosevorschläge gemacht und das video erklärt es auch noch einmal deutlich.

    Untersuch doch erst mal das Problem, bevor Du Teile tauschst. Nachher jammerst Du wieder, wenn es umsonst war. Das Fehlerbild ist eindeutig, die Nachlauf- im Video Ausgleichsbohrung im HBZ ist zu. Die Ursache können drei Sachen sein, erst einmal Pedal und Gestänge, zweitens der BKV und zuletzt der HBZ.

  • Zitat

    Liest Du eigentlich die Posts vorher?

    Ja, lese ich auch vorher und hab mir auch das Video angesehen. Und auf jeden Fall auch schonmal danke für den Input. Aber ich meine, dass mein Versuch zur Differenzierung in Elektronik-Problem gegen NIcht-Elektronik-Problem sehr wohl Sinn gemacht hat. Nun (nach diesem Versuch) bin ich soweit bei Dir, dass es Nicht-Eektronik ist. Das Bremsgestänge wurde schon überprüft und das Spiel etwas größer eingestellt (hatte ich ganz oben leider nicht geschrieben). Der Versuch mit dem abgetreten Vakuumschlauch mach ich als nächstes. (zur Schonung der Vakuum-pumpe werde ich das offenen Schlauchende aber verschließen. Bei der Testfahrt kommen dann natürlich "sportliche" Bremskräfte auf mich zu. Ich geh wieder auf das privat Gelände ....

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