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duffy123

Anfänger

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21

Freitag, 6. Dezember 2019, 08:07

Hallo,

das halte ich für ein Gerücht, dann müssten die Fahrer ja für jeden Kunden extra Kanister mit Zusätzen dabei haben und das genaue Mischungsverhältnis kennen. Ich glaube eher, dass die Fahrer es nicht sagen dürfen, dass es der gleiche Sprit ist, damit der Kunde auch die Marken-Tankstellen anfährt. Ich fahre auch schon seit Jahren Benzin von den Freien und habe noch nie Probleme damit gehabt.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »duffy123« (6. Dezember 2019, 08:12)



22

Freitag, 6. Dezember 2019, 09:26

Das Problem mit Ölkohleablagerungen basiert auf mehreren Faktoren. Zum einen Sprit minderer Qualität, dazu zählt auch Biokraftstoff und lang abgelagerte Plörre. Viele Kaltstarts, aber auch Stadt- und Landfahrten im untertourigen Bereich. Hocheffizienzmotoren, welche konstruktionsbedingt wenig Wärme produzieren, insbesondere moderne Diesel, und damit eine sehr lange Warmlaufphase besitzen.
Die unsägliche Abgasrückführung tut ihr Übriges dazu.

Je mehr dieser Faktoren zusammenkommen umso schlimmer sind die Verkokungen. Wer dann nicht regelmäßig das Öl wechselt, bekommt den Dreck irgendwann nicht mehr aus dem Motor raus. Die langen Wechselintervalle, z.B. bei VW, haben das Problem verstärkt, bzw. erst so richtig zum Vorschein gebracht. Ähnlich verhält es sich mit riesigen Ölmengen, weil es extrem lange dauert bis es auf Betriebstemperatur kommt.

Langstreckenfahrer, Leute die den Motor regelmäßig mit 2/3-Gas und mehr bewegen oder auf BAB Vollgas geben, bleiben von Schäden aufgrund Ablagerungen meist verschont. Wird zusätzlich gutes Öl verwendet und auch jährlich gewechselt, ab und an hochwertiger Sprit getankt, kann in der Hinsicht nicht mehr viel sein.

23

Freitag, 6. Dezember 2019, 09:30

Um mal zurück zum Topic zu kommen, Wir haben ja nun oben gelernt, dass es mit der Spritqualität zu tun haben kann. Muss aber nicht, da wir hier in Deutschland eine zumeist gute Qualität haben.
Trotzdem haben wir hier nun auch ein vermehrtes Auftreten der Verkokung, wie ich oben schon geschrieben habe, der Einlassventile. Das ist keine Vermutung, sondern hier einfach bereits gemachte Erfahrung. Auffällig bei Kurzstreckenfahrzeugen und nun noch mehr bei den Hybrid-Fahrzeugen, wie sich in jüngster Vergangenheit zeigt. Es macht sich erst durch schlechten Leerlauf bemerkbar, kann aber bis zu Motorruckeln beim Fahren führen. Eine Reinigung mit Walnussgranulat hat hier komplette Abhilfe geschaffen.
Die Additive mit dem Kraftstoff zugeführt nutzen ja beim GDI nichts mehr, da die Ventile nicht mehr mit Kraftstoff beaufschlagt werden.

J-2 Coupe

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24

Freitag, 6. Dezember 2019, 11:18

Die Additive werden aus einem kleinen Tank der sich am Tanklaster befindet in entsprechender Menge in die Treibstoffladung gemischt. Auf 100ltr Benzin kommt kaum mehr als ein Teelöffel Zusatz ins Benzin. Nicht anders ist es mit dem Färbemittel, das Aral bläulich macht, oder Shell gelblich. Wird auch oft erst vor Ort - oder nach dem Einfüllen - beigemengt.

Trabbi

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25

Freitag, 6. Dezember 2019, 11:48

Hallo,

das halte ich für ein Gerücht, dann müssten die Fahrer ja für jeden Kunden extra Kanister mit Zusätzen dabei haben und das genaue Mischungsverhältnis kennen.
Wie J-2 Coupe bereits schrieb, Zusatztank und Selbstbeimischung ist das Geheimnis. Bei unserem Kymco Yager 50 tanke ich ja auch nur reines Benzin obwohl es noch ein 2-Takter ist. Der Roller hat nämlich einen zweiten kleinen Tank für das 2-Takt-Motoröl. q-:

Zitat

Ich fahre auch schon seit Jahren Benzin von den Freien und habe noch nie Probleme damit gehabt.
Ich hatte, mal abgesehen von einem Mal, auch noch nie mit dem Sprit von den freien Tankstellen. Aber ich tanke deren Zeugs nur selten, da selten an denen vorbei komme. Und nur um 2 Cent pro Liter zu sparen fahre ich keine Umwege.

Gruß
Hans

(Das eine Mal lag daran, dass die Tankanlage der freien Tankstelle wohl seit deren Bestehen nie gereinigt wurde.)

J-2 Coupe

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26

Freitag, 6. Dezember 2019, 12:14

Das ist das große Problem vieler "Freien": Die Reinigung der Tankanlage. Ist teuer - und deshalb wird gespart. Früher, beim Vergaser war das nicht so schlimm - die heutigen Hochleistungseinspritzer kommen mit kleinen Partikeln im Benzin wesentlich schlechter zurecht. Deswegen ist das Benzin an Freien Tankstellen nicht schlechter - es ist nur manchmal ein wenig mehr verunreinigt. Das liegt aber auch am anderen Einkaufsmodus: Freie kaufen ihren Treibstoff oft auf die schnelle, das ist billiger, weil die Raffinerien den Platz in den Tanks wieder brauchen und deshalb Rabatte gewähren. Deshalb verschiebt man manchmal die Tankreinigung, weil man eine günstige Marge Treibstoff einlagern muss.

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27

Samstag, 7. Dezember 2019, 17:38

Stimmt,

da kann ich ein klägliches Lied von singen. Neuer Spritfilter nach 10 mal tanken zu. Rennmotorrad geht an der Ampel aus. Und die Krönung: Billigtanke hatte den Sprit mit Wasser und Alkohol gepuncht. eine der geschmolzenen Zündkerzen (ja ihr habt richtig gelesen) kann man bei Mercedes Lueg im Regal bewundern. Ich hatte mehr Glück als Verstand, dass das keinen Motorschaden gab und die "Einzelteile nicht mit dem Kolben/Ventilen verkantet sind, die Kerze war grün weiß gepunktet.

Das sind meine persönlichen Erfahrungen mit Billigtanken.

PS: natürlich werden die Additive nur beigemischt, wiso sollte es auch anders sein (Stichwort: Friction Reducer, GTL wird beigemischt etc).

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28

Montag, 9. Dezember 2019, 08:21

Cowi hat das Hauptproblem doch schon benannt.
Ich zitiere hier mal:
"Trotzdem haben wir hier nun auch ein vermehrtes Auftreten der Verkokung,
wie ich oben schon geschrieben habe, der Einlassventile.... Die Additive mit dem Kraftstoff zugeführt nutzen ja beim GDI nichts
mehr, da die Ventile nicht mehr mit Kraftstoff beaufschlagt werden."
Bei den Direkteinspritzern wird der Sprit direkt in den Zylinder eingespritzt, das "spülen" der Einlassventile mit Sprit, fällt weg und dadurch entstehen Verkokungen, da kann man tanken was man will, das Problem bleibt.
Natürlich hat "schlechter" Sprit Auswirkungen auf andere Arten von Ablagerungen, aber ich bleibe dabei, bis auf einzelne Ausnahmen kann man in Deutschland jede Tankstelle bedenkenlos anfahren. Egal was man tankt, wenn man den Wagen immer nur im halbwarmen Zustand bewegt oder aber an Wartung spart wird man früher oder später die Rechnung zahlen.

Ultimate & Co machen nur Sinn, wenn ich mein Auto bzw das Motorsteuergerät auch darauf abstimmen lasse. Alle "normalen" Autos sind auf stinknormales Super ausgelegt, egal von welcher Marke.
Wenn ihr eurem Auto wirklich was gutes tun wollt, dann bewegt es vernünftig und das schließt auch ein, dass man den Motor auch mal drehen lässt, die Bremsen mal richtig belastet und einfach alles richtig "heiss" werden lässt. Ich mache das mindestens einmal die Woche. Behutsam fahren bis alle Betriebsmittel warm sind und dann halt auf der Landstraße oder Autobahn mal Gang 3 und 4 komplett "durch drehen". Vor der Ampel mal kräftig Bremsen und nicht einfach hin rollen lassen.

Und bevor jetzt wieder einer meckert, natürlich immer das Hirn anschalten, das hilft immer.

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29

Montag, 9. Dezember 2019, 08:41

Genau darum geht es, da kann man hier noch so vom schönsten Sprit schreiben, bei einem Direkteinspritzer hilft das gegen die Ölablagerungen mal rein gar nicht, Ventile werden nicht mehr vom Kraftstoff umspült!

Leider trifft es auch Fahrzeuge die nur auf Langstrecken benutzt und auch immer gut gefordert, aber auch gewartet wurden, teilweise schon bei unter 50.000km :unentschlossen:

Es trifft wohl nur einige Hersteller mehr als andere, wegen einer unterschiedlichen Art der Abgasaufbereitung, bzw. geht jeder Motor auch noch etwas anders damit um, ich habe schon VW und BMW Motoren gesehen die nach nicht mal 50.000km schlimmer verkrustet waren als ein Ford Motor nach 100.000km. Keine Ahnung ob wir als Autofahrer/Kunden da überhaupt vorsorglich etwas gegen machen können oder dann halt mit den teuren Folgen leben müssen, wenn es unser Fahrzeug erwischt?

30

Montag, 9. Dezember 2019, 09:44

Qualitativ guter, nicht verunreinigter Sprit setzt die Ventile erst gar nicht mit so viel Dreck zu. Das sollte man auch bedenken. Zudem reinigt er den Brennraum samt Teilen der Peripherie sehr wohl. Stichwort Spülverluste. Wenngleich nicht in dem Maße, wie es bei einem herkömmlichen Motor mit Saugrohreinspritzung der Fall ist.

31

Montag, 9. Dezember 2019, 10:24

Hier möchte ich, auch wieder aus Erfahrung ein wenig widersprechen. Es ist ja nicht nur der Sprit, der für die Verkokung der Einlassventile sorgt. Hier kommen ja noch die Ölablagerung (Ventilschaft, Kurbelgehäuseentlüftung etc.) und die Dämpfe der Abgasrückführung dazu. Diese Komponenten dürften wahrscheinlich viel ausschlaggebender sein.

Das zeigt sich nun mal extrem bei Kurzstreckenfahrzeugen oder Hybridmotoren, die nicht gefordert werden. Motoren die mehr gefordert werden, zeigen die zunehmende Verkokung erst deutlich später, da durch die höheren Temperaturen eine ebenfalls höhere Selbstreinigung vorliegt. Richtig ist, dass die Reinigung durch Kraftstoff, ggf. mit selbst eingefüllten Additiven (Liqui Molly etc.), die bei der Saugrohreinspritzung noch ganz gut funktioniert hat, heute bei den Direkteinspritzern aber eben nichts mehr nutzen. Da bleibt nur noch die manuelle Reinigung übrig.

Reiner1

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32

Freitag, 3. Januar 2020, 19:41

Es ist zwar schon längere Zeit her, aber ich habe auch einmal in einer Ölraffinerie gearbeitet. Direkt nach dem Tankvorgang hat man die entsprechenden Zusätze in den Tankwagen gekippt, abhängig von den Marken. Der Rest war definitiv gleich.
Die Menge der Zusätze war dabei sehr gering, und letztlich auch geringer als das, was bei den Empfehlungen der frei verkäuflichen Zustzstoffe als Mischungsverhältnis stand.

Ich persönlich halte von den Zusatzmitteln recht wenig, ebenso vom Tanken mit höheroktanigem Sprit. Die Direkteinspritzer machen es uns dabei sicher nicht leichter, ebenso wie die mittlerweile recht hohen Abgasrückführungsquoten.

Regelmäßige Ölwechsel mit gutem Öl wirken dem aber ebenso entgegen wie eine Fahrweise, bei der der Motor gut warm wird und auch gelegentlich gefordert wird. Wer meint, mit dauerndem schonendem Kurzstreckenverkehr dem Motor zu helfen, der irrt.
Konstruktiv bedingt dürfte es schon Unterschiede bei den Herstellern geben, allerdings ist der Einfluß der Fahrweise wohl größer.

Vermutlich müssen wir uns aber auch damit abfinden, daß bei den ganzen Abgasvorschriften keine so lange Haltbarkeit bei den Motoren zu erwarten ist, oder zumindest teure Reparaturen drohen.