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Sonntag, 9. August 2020, 15:10

Mein erster Umzug und seine Herausforderungen

Hallo ihr Lieben. Ihr helft immer so fleißig bei Themen rund um unsere Klimakiller

Bestimmt könnt ihr mir bei diesem Thema auch helfen.

Aktuell bin ich voll im Umzugsstress und mein Vermieter macht es mir leider nicht leichter...

Als ich vor rund 13 Jahren in diese Wohnung gezogen bin, waren alle Räume mit der Tapete des Vormieters beklebt. Richtig schöne alte Tapete mit Blümchenmuster und ganz viel Knautsch. zum Kotzen.

Natürlich haben wir erst mal die Tapeten runter gerissen und neu tapeziert. Jedoch im Bad und in der Stube, war die Tapete mit der Wand so fest verbunden, selbst Schleifmaschine und elektronische Spachtel vom Bau halfen nicht mehr weiter. Unsere Lösung: drüber Tapezieren!

Nun muss ich laut Mietvertrag alle Tapetenreste entfernen. Das ist im Grunde auch nicht schlimm aber wir stoßen in der Stube und im Bad auf unsere Grenzen. Der Vormieter hat erst Zeitung an die Wände gebracht und dann mit Latex/Silikon statt Kleister tapeziert.

Kurz gesagt, wir bekommen den scheiß nicht ab. Leider juckt das den Vermieter nicht. Er nimmt mir die Wohnung nicht ab, bis alle Tapetenreste entfernt sind. Sollte ich mich weigern, will er eine Firma beauftragen und mir den Mist in Rechnung stellen.

Habt ihr Erfahrungen mit sowas? Kann mir kaum vorstellen, dass das haltbar ist. Ich mein, ich bekomme die Hütte mit der ollen Tapete vom Vormieter, muss aber alles beim Auszug entfernen. Warum musste mein Vormieter das nicht?

Durch den Kauf einer komplett neuen Einrichtung in der neuen Wohnung bin ich jetzt Pleite und kann mir keine Firma leisten.

Teilt gern mal Eure Erfahrungen mit mir, vielleicht hilft mir das ein wenig.

Viele Grüße

Chris

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »JazzLikeX« (9. August 2020, 15:17)



Schlicksurfer

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2

Sonntag, 9. August 2020, 15:24

Geh mal ins Netz und informiere Dich, da wirst Du Dich wundern und freuen zugleich.

airliner

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3

Montag, 10. August 2020, 07:25

Was sagt das Übergabeprotokoll, als du eingezogen bist? Ggf. dürfen dann schon begründete Zweifel bestehen, dass das überhaupt schon so zulässig gewesen ist.
Ansonsten hast du noch immer den Weg zum Mieterschutzbund.

Falls das alles nichts für dich ist, darfst du deinen Vermieter gern daran erinnern, dass u.a. genau für solche Zwecke eine Kaution hinterlegt ist, von der er erst einmal die Rechnung begleichen soll.

Prince-Jamal

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4

Montag, 10. August 2020, 07:40

Zitat

Wer seine Wohnung beim Einzug unrenoviert übernimmt, muss sie auch nicht renovieren – selbst dann, wenn er laut Mietvertrag für Schönheitsreparaturen zuständig ist. Außerdem dürfen Mieter nicht mehr generell dazu verpflichtet werden, beim Auszug anteilige Renovierungskosten zu übernehmen


https://anwaltauskunft.de/magazin/wohnen…C3%BCbernehmen.


Ich würde mich allerdings auch asap beim Mieterverein bzw. Mieterschutzbund erkundigen. Dass Dein Vermieter Dir allerdings schon androht, die Reparaturen durch eine Firma machen zu lassen, lässt böses erahnen ... :( und ist meiner Meinung nach auch nicht Rechtens, auch wenn er es nur androht ... aber ich kann mich natürlich täuschen, bin ja kein RA ... nimm schnellstmöglich den Hörer in die Hand und erkundige Dich beim Mieterschutzbund ... Du kennst ja deinen Mietvertrag/Übergabeprotokoll im Gegensatz zu uns ^^

Zitat

Renovierung durch den Mieter: Wann ist die Mietvertragsklausel unwirksam?
Prinzipiell ist es legitim, die Pflicht zur Renovierung auf den Mieter zu übertragen. Allerdings kann die Klausel im Mietvertrag unter bestimmten Voraussetzungen auch ungültig sein und den Mieter somit von dieser Pflicht entbinden:
  • Starre Renovierungsfristen für die Mietwohnung: Legt ein Mietvertrag fest, dass der Mieter in bestimmten Zeitabständen Schönheitsreparaturen vorzunehmen hat, z. B. alle drei Jahre, ist dies in der Regel unzulässig. Denn grundsätzlich muss eine Renovierung nur dann vorgenommen werden, wenn auch wirklich Bedarf besteht. Somit müssen Mieter trotz entsprechender Vereinbarung auch nach Ablauf der Frist die Mietwohnung nicht renovieren, wenn sie bis dahin keine nennenswerten Verschleißerscheinungen aufweist.
  • Endrenovierung bei Auszug: Besonders häufig wird Mietern auferlegt, dass sie mit dem Ende ihrer Miete auch eine Renovierung der Wohnung vorzunehmen haben. Doch auch hier gilt, dass die Schönheitsreparaturen nur durchgeführt werden müssen, wenn tatsächlich Bedarf besteht.
  • Einzug in unrenovierte Wohnung: Wurde dem Mieter die Mietwohnung bereits nicht-renoviert übergeben, kann die Renovierungsklausel im Mietvertrag ebenfalls ungültig sein. Dies gilt besonders bei kurzer Mietdauer, denn ein Mieter kann nicht verpflichtet werden, die Wohnung in besserem Zustand zurückzugeben, als er sie übernommen hat.
  • Renovierung durch Fachleute: Sieht der Mietvertrag vor, dass die Renovierungsarbeiten in der Mietwohnung ausschließlich durch professionelle Handwerker erfolgen dürfen, ist die Schönheitsreparaturklausel ungültig.
  • Farbvorgaben bei Renovierung: Solange das Mietverhältnis besteht, kann der Vermieter nicht vorschreiben, in welchen Farben der Mieter seine Wände anstreicht oder welche Tapeten er anklebt. Bei der Rückgabe der Mietwohnung kann allerdings bestimmt werden, dass die Dekoration farblich neutral zu halten ist.

Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von »Prince-Jamal« (10. August 2020, 08:01)


5

Montag, 10. August 2020, 09:59

Hab eben mit der großen Verwaltung telefoniert. Das Protokoll hab ich nach 13 Jahren leider nicht mehr.

Die Dame von der Verwaltung fragte erst, ob ich renovierungskosten am Anfang bekommen habe. Als ich dies verneinte meinte sie „Machen Sie ab was ab geht, wenn was nicht ab geht, dann ist das so.“

Das ist schonmal ein Lichtblick.

Interessant ist auch, dass die Frau die über mir wohnte und in die Wohnung unter mir gezogen ist, ihre Tapete nicht abkratzen musste. Das macht aktuell der neue Mieter. Mal hört wie fleißig der Spachtel an der Wand schabt.

Prince-Jamal

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6

Montag, 10. August 2020, 17:29

Meinst Du deine Hausverwaltung? Falls ja ... ruf lieber beim Mieterschutzbund an ... die Hausverwaltung ist leider oftmals nicht richtig informiert.
Nicht, dass Du Dich am Ende auf die Dame verlässt und doch den Kürzeren ziehst.

Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass dein Vermieter das verlangen kann, da Du ja bereits beim Einzug tapeziert hast. Im Endeffekt ist es das gleiche wie Weißeln/Streichen. Du hast die Wohnung vor 13 Jahren auf Vordermann gebracht und sofern sie noch ok und die Tapete nicht total abgenutzt ist, dürfte er nicht viele Chancen haben. Blöd ist nur, dass Du das Protokoll nicht mehr hast, aber kann es verstehen, nach 13 Jahren würde ich meines wahrscheinlich auch nimma finden :D

Ich bin vor ca. 25 Jahren in jungem Alter aus einem Haus mit meiner Mum ausgezogen. Meine Mum hatte zig Hunde und der Vermieter wollte, dass wir die Holztreppe im 1.OG komplett in Stand setzen, weil die Treppe aufgrund der Hundekrallen natürlich verkratzt war.
Ging dann vor der Gericht und wir haben Recht bekommen, da wir damals länger als 8 oder 10 Jahre in dem Haus gelebt haben.
Galt dann für den Richter als "normale oder natürliche Abnutzung" ... weiß den genauen Wortlaut nicht mehr, aber der Vermieter konnte die Reparaturen nicht durchsetzen.
Ist zwar etwas anders als dein Beispiel, aber es ist gut 25 Jahre her und heute hat man als Mieter ja weitaus mehr Rechte.

Hast Du keinen Bekannten, Freund, Freund vom Freund der eventuell einen Rechtsanwalt kennt und mal fix nachfragen kann?
Glaub mir, das wird Dir gut tun und Dich beruhigen, wenn Du eine fundierte Auskunft erhälst ... das lässt Dich am Ende besser schlafen ^^

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7

Dienstag, 11. August 2020, 15:11

Moin,

mal andersrum gefragt: Kann denn der Vermieter ein Schriftstück vorlegen, welches seine Forderungen belegt?
Unabhängig davon, Du musst die Wohnung maximal in dem Zustand zurückgeben, in dem Du sie übernommen hast. Ich behaupte mal: Besenrein

Grüße
Torsten

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8

Dienstag, 11. August 2020, 18:53

Moin,

keiner von uns kennt Deinen Mietvertrag, aber das ist auch nicht entscheidend. Es liegen aus jüngster Zeit mehrere Gerichtsentscheidungen vor, die die Positionen der ausziehenden Mieter gestärkt haben. Zusammengefasst: Kein Vermieter kann von seinem ausziehenden Mieter verlangen, dass Renovierungen den Zustand gegenüber dem Zeitpunkt des Einzuges verbessern. Du kannst also ganz ruhig bleiben. Eine Anfrage beim Mieterschutzbund oder auch dem Verbraucherschutz wird Dir sicheres Material in die Hände geben. Auch das Internet ist da sehr hilfreich. Das Problem ist eher ein psychologisches: Vermieter drohen mit Anwälten, Firmenaufträgen und stoßen dabei auf (wegen des Umzuges) genervte Mieter. Und Du hast verloren, wenn Du einknickst. Wenn es kritisch wird, kannst auch Du mit einem Anwalt drohen. Vermieter kennen die Gerichtsentscheidungen und werden dann "ihren Schwanz einziehen".

alsk1

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9

Sonntag, 18. Oktober 2020, 15:57

Lehne Dich entspannt zurück...
Du musst die Tapeten nicht abreissen.
Lass Deinen Vermieter da ruhig mal Schritte gegen einleiten ;)

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